Die Toten laufen wieder – The Walking Dead

Das könnte auch die Überschrift zu einem „ich blogge wieder“ Artikel sein, hier sind allerdings wirklich die Toten gemeint, also Zombies. „The Walking Dead“ habe ich schon vor Jahren angefangen zu lesen. Dann kam die TV-Serie. Die so sehr von den Büchern abwich, dass ich damit so gar nicht zurecht kam. Und erst einmal weder die Serie weiterschaute, noch die Bücher weiterlas.

Jetzt ist gerade mit dem 32. Band der letzte Teil der Reihe erschienen. Ich hatte ernsthaft darüber nachgedacht, alle noch fehlenden Bände zu überspringen und einfach diesen letzten zu lesen. Aber da stand ja noch das angefangene zweite Kompendium mit den Bänden 9 bis 16 im Regal. Also habe ich das entstaubt und mal wieder reingeschaut. Mit dem Ergebnis, dass die über 1000 Seiten jetzt gelesen sind und ich wieder sehr begeistert von der Reihe bin.

Ein Kollege bezeichnete die Bücher als „Schrott“, ohne zu wissen, worum es geht. Er sieht nur die Zombies. „Ich weiß ja, dass Du sowas immer liest. Aber das like ich nie!“ Er meinte damit auf Instagram, wo meine Begeisterung für Zombies und Postapokalypse im Feed deutlich zu sehen ist.

Warum finde ich Postapokalypse so spannend? Wenn sie gut gemacht ist, und da gibt es viele gute Werke zu entdecken, lernt man darin viel über Menschen und Gesellschaften. In „The Walking Dead“ und anderen Geschichten zu dem Thema geht es nicht hauptsächlich um den Grusel durch die monströsen Zombies. Hier geht es darum, wie einzelne Menschen und Zusammenschlüsse von Menschen mit dieser Situation umgehen. Die Zivilisation zerstört, das Leben auf das blanke Überleben reduziert. Wie weit ist man bereit zu gehen, um das eigene Leben oder das der Familie zu schützen? Welche Möglichkeiten haben Menschen, in einer zerstörten Welt zu überleben?

Wer großartige Postapokalypse lesen möchte, aber keine Comics mag, kann es zum Beispiel auch mal mit „Die Straße“ von Cormac McCarthy versuchen. Der sogar mit dem Pulitzer Preis für Romane ausgezeichnet wurde, so viel dazu, dass Postapokalyptische Romane Schrott sind.

In „The Walking Dead“ wirkt die Grundhandlung, als würde sie sich immer wieder wiederholen. Eine Gruppe Überlebender findet eine vermeintlich sichere Unterkunft, richtet sich ein, irgendetwas furchtbares geschieht. Sie verlieren ein paar Mitglieder, müssen wieder losziehen, und sich mit dem gefährlichen Leben auf der Straße arrangieren.

Aber trotzdem bleibt die Geschichte spannend und fesselnd, weil es doch immer neue Variationen dieser Grundhandlung sind, andere Charaktere und andere Aspekte im Vordergrund stehen. Nach 16 Bänden fragt sich einer der Hauptcharaktere gerade, wie ihn dieses Leben, das er gezwungen ist zu führen, verändert hat. Ob er überhaupt noch Mensch ist, weil er einiges tun musste, was er in seinem früheren Leben verurteilt hätte. Ob er nicht längst selbst zu einem Monster geworden ist, kaum besser als die Zombies.

Die Charaktere sind es auch, die mich davon überzeugt haben, keinen Band zu überspringen. Ich möchte wissen, wie es ihnen ergeht, wie sie sich verändern, warum sie zu denen werden, die sie dann am Ende sind. Das ist eine der großen Stärken von Kirkman, die Entwicklung etlicher Charaktere in ganz unterschiedliche Richtungen.

Kompendium 3 und damit die nächsten 8 Bände liegen schon hier. Zu wissen, dass die Reihe nun ein Ende gefunden hat, motiviert weiterzulesen. Unendliche Reihen, die irgendwann immer schlechter aber trotzdem weitergeführt werden , weil es immer noch genügend Leute kaufen, gibt es zur Genüge.

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